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By Heinrich. Boll

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Selbstorganisation, Verantwortung, Gesellschaft: Von subatomaren Strukturen zu politischen Zukunftsvisionen

"Selbstorganisation und Verantwortung" - ein eigenartiger Tite! . Gibt es das iiberhaupt, Selbstorganisation? Widerstrebt es nicht im tiefsten unserem, vielleicht auch speziell dem deutschen Denken, daB sich Dinge sozusagen von alleine organisieren, daB sich spontan Strukturen bilden, ohne Vorgaben von auBen?

Modernisierung der Berufsbildung in Europa: Neue Befunde wirtschafts- und berufspädagogischer Forschung

Die Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft hat ihre Frühjahrstagung im Jahre 2000 am 30. und 31. März an der Friedrich-Schiller-Universität Jena durchgeführt. Die Programmgestaltung und Ausrichtung erfolgten durch den Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik.

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Ich wurde wach, als Marie aufstand, sich wusch und anzog. Sie schämte sich nicht, und mir war es selbstverständlich, ihr dabei zuzusehen. Es war noch deutlicher als eben: wie ärmlich sie gekleidet war. Während sie alles zuband und zuknöpfte, dachte ich an die vielen hübschen Dinge, die ich ihr kaufen würde, wenn ich Geld hätte. Ich hatte schon oft vor Modegeschäften gestanden und mir Röcke und Pullover, Schuhe und Taschen angesehen und mir vorgestellt, wie ihr das alles stehen würde, aber ihr Vater hatte so strikte Vorstellungen von Geld, daß ich nie gewagt hätte, ihr etwas mitzubringen.

Ich stand nur da, blickte auf die Koblenzer Straße und dachte an Marie. Irgend etwas in 55 meinem Gesicht schien den Mann, neben dem ich stand, wütend zu machen. « Die Frau, die hinter ihm saß — ich war fast über einen Sack voll Möhren, den sie neben sich stehen hatte, gestolpert - nickte zu seinem Kommentar, schüttelte auch den Kopf und bewegte lautlos ihre Lippen. Ich hatte mich sogar ausnahmsweise vor Maries Spiegel mit ihrem Kamm gekämmt, trug meine graue, saubere, ganz normale Jacke, und mein Bartwuchs war nie so stark, daß ein Tag ohne Rasur mich zu einer »unglaublichen« Erscheinung hätte machen können.

Er war ein großer, stiller Mann, den ich als Lehrer ein bißchen langweilig fand. Er vertrat einmal unseren Deutschlehrer und las uns ein Gedicht, das von der schönen, jungen Lilofee, vor. Mein Urteil in Schulsachen besagt nichts. Es war einfach ein Irrtum, mich länger als gesetzlich vorgeschrieben auf die Schule zu schicken; selbst die gesetzlich vorgeschriebene Zeit war schon zuviel. Ich habe der Schule wegen nie die Lehrer angeklagt, sondern nur meine Eltern. Diese »Er muß aber doch das Abitur machen« Vorstellung ist eigentlich eine Sache, deren sich das Zentralkomitee der Gesellschaften zur Versöhnung rassischer Gegensätze einmal annehmen sollte.

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